Sep 30, 2016
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Viele Internet-Reiseportale aber nur einen Lieferanten: Traveltainment

Viele Internet-Reiseportale aber nur einen Lieferanten: Traveltainment
Nur drei Portale sind wirklich gut
Vermittler von Pauschalreisen verkaufen überwiegend das Gleiche. Beim Service gibt es aber erhebliche Unterschiede.
Neun Portale, ein Lieferant
Antwort nach zweieinhalb Wochen
Jeder zehnte Treffer ausgebucht
Versucht, Versicherung unter­zujubeln

30-09-2016-22-43-42
Die Urlaubs­planung ist Internetnutzern viel Zeit und Mühe wert. Neun Stunden benötigen sie im Schnitt für die Reiseplanung und besuchten dabei im Mittel 13 verschiedenen Websites. Da ist es gut zu wissen, auf welchen Seiten sich die Suche lohnt, wo die Reise Auswahl groß ist und wo Preis­angaben und Informationen stimmen. Die Reise-Experten der Stiftung Warentest haben neun Vermittlungs­portale für Pauschalreisen getestet und sagen, wo es mit der Beratung und Buchung am besten klappt.

Neun Portale, ein Lieferant

Eigentlich dürften die Unterschiede in der Qualität von Online Buchungsportalen nicht allzu groß sein. Alle getesteten Portale wickeln ihre Buchungen haupt­sächlich über Traveltainment ab, einem der größten Anbieter von Softwarelösungen für die Touristik. Obwohl Millionen von Urlaubern über die Aachener Firma buchen, ist das Unternehmen weitgehend unbekannt. Die Firma Traveltainment arbeitet im Hintergrund. Sie liefert die Buchungs­software nicht nur für die großen Online-Reiseportale, sondern auch für stationäre Reisebüros.
Schlechte Beratung bei vielen Portalen

Trotzdem gibt es Unterschiede. So bietet Traveltainment den Portal­betreibern verschiedene Module an, die sich zum Beispiel in der Seiten­gestaltung und der Auswahl der Reise­ver­anstalter unterscheiden. Außerdem können die Portale weitere Zulieferer mit meist kleineren Veranstaltern in ihre Systeme integrieren. Doch daran liegt das schwache Abschneider vieler Reiseportale im Test nicht. Es ist hausgemacht. Fast alle Portale versprechen eine schnelle und sachgerechte Beratung. Doch nur Travelscout24 erfüllte diese Zusage im Test. Sechsmal hieß es für die Beratungs­qualität dagegen nur: ausreichend.

Jede zehnte Reise nicht verfügbar

Wer genau weiß, was er will, und sich mit den Internet­gepflogenheiten auskennt, hat kaum Probleme mit der Onlinebu­chung einer Pauschalreise. Weniger internet­kundige Nutzer sollten wissen: Die Suchmasken der verschiedenen Portale ähneln sich zwar auf den ersten Blick. Trotzdem gibt es Unterschiede. So bieten die Anbieter Lastminute.de und Weg.de mehr Möglichkeiten für eine individuelle Auswahl der Reiseziele. Ob die ange­zeigten Reisen wirklich buchbar sind, muss der Nutzer bei allen Anbietern durch einen Klick auf das gewünschte Angebot selbst prüfen. Im Test war insgesamt etwa jedes zehnte Angebot nicht verfügbar.
Versicherung oft voreingestellt

Geht der Buchungs­prozess weiter, werden die Reisedetails aufgeführt. Der Kunde muss seine persönlichen Daten angeben und sich für eine Bezahlvariante entscheiden meist Bankeinzug, Überweisung oder Kreditkartenzahlung. Danach unterbreiten die Portale Zusatzangebote wie Reise­versicherungen – allerdings nicht immer auf die seriöse Art. Im Juli 2012 hat der Europäische Gerichtshof es ausdrücklich untersagt, die Versicherungspolicen automatisch mitzuverkaufen. Während der Testphase von Juni bis Juli haben vier Anbieter aber genau das versucht mit einem Häkchen, also einer Voreinstellung einer Reiseversicherung. Holidaycheck, Opodo und Weg.de haben uns mitgeteilt, dass es keine Voreinstellung mehr gibt. Ob er eine Versicherung wünscht, entscheidet der Buchende jetzt aktiv durch Setzen des Häkchens – oder er lässt es eben sein.

Tipps

Anbieter prüfen. Schauen Sie sich die Seite des Onlineportals genauer an. Ein seriöses Onlineportal sollte folgende Informationen angeben: voll­ständige Adresse, Telefon- und Faxnummer, Handelsregisternummer.
Dokumentieren. Drucken Sie alle wichtigen Informationen auch aus.
Preisangaben. Prüfen Sie, bevor Sie eine Reise buchen, ob im Endpreis wirklich alle Kosten enthalten sind.
Versicherung. Achten Sie bei der Buchung darauf, was Sie bestellen. Im Test war bei einigen Anbieter eine Reise­versicherung voreinge­stellt – was leicht über­sehen werden kann. Deaktivieren Sie das entsprechende Kontroll­käst­chen, wenn Sie keine Versicherung wünschen.
Sicherungs­schein. Bezahlen Sie eine Pauschalreise erst, wenn Ihnen der Sicherungsschein ausgehändigt wurde. Er gilt als Nachweis, dass ein Veranstalter gegen Insolvenz versichert ist.
Zahlungsmöglichkeiten. Gut ist es, wenn Sie zwischen verschiedenen Bezahlwegen wählen können, beispiels­weise per Rechnung oder per Lastschrift. Die Daten­über­tragung muss verschlüsselt erfolgen. Sie erkennen diese sichere Verbindung an den Buchstaben „https“ in der Adresszeile und am Schloss Symbol rechts unten im Browser.
Daten­schutz. Grundsätzlich darf der Portalbetreiber nur solche Daten erheben, die in einem direkten Zusammenhang mit Ihrer Buchung stehen. Bittet der Anbieter Sie um weitere Informationen, muss er ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Angaben freiwillig sind.
Stornobedingungen. Wenn Sie die Reise stornieren, müssen Sie eine angemessene Entschädigung zahlen. Sehen Sie sich die Rücktrittsbedingungen für Ihre Reise genau an. Überlegen Sie, ob der Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung sinnvoll ist.

 

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